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Redaktion
08.02.2012

Strache-FPÖ in der Regierung

Kommentar von Michael Fichtinger in der Rubrik „Debatte“ der Tageszeitung "Die Presse" vom 29.1. als Reaktion auf einen Debattenbeitrag von Martin Engelberg (24.1.) auf einen Leitartikel von Michael Fleischhacker (21.1.).

Völlig zu Recht widerspricht Martin Engelberg der von Michael Fleischhacker entworfenen These die Strache – FPÖ würde in einer Regierung keinen großen Schaden anrichten, ja sogar als das entlarvt werden was sie ist. Eine Horde Ewiggestrige - diese Entlarvung fände wohl nach schon sehr kurzer Zeit statt, dennoch wäre ein enorm hoher Preis dafür zu zahlen.

Nicht nur die Reputation Österreichs, die diesmal mit Sicherheit noch mehr leiden würde als bei der letzten Regierungsbeteiligung der Blauen. Damals stand mit Jörg Haider wenigstens noch jemand an der Parteispitze der, wenn auch in erster Linie ein begnadeter Populist, so doch auch ein intelligenter und auch intellektueller Mensch war.

Das aber bringt uns zum eigentlichen Kern der Sache, dem wirklichen Entscheidungsträger, dem Souverän. Dieser nämlich, trägt  neben dem Versagen von Rot und Schwarz die Verantwortung für das Erstarken der Rechten in diesem Land.

Die Zeiten in denen die FPÖ bei Umfragen immer schlechter lag als bei den Auszählungen sind leider vorbei. Es schämt sich niemand mehr dafür, die braunblaue Partei zu wählen und das auch an den Stammtischen oder sonst wo zu erzählen. Das ist das eigentliche Problem, die menschenverachtende Politik, die

Xenophobie und die unerträgliche Simplifizierung der Dinge ist salonfähig geworden. Dagegen ist mit allen Mitteln anzukämpfen.

So verständlich das „Denkzettelverhalten“ der ÖsterreichInnen und Österreicher auch ist, man kann einen solchen auch anders verteilen als FPÖ zu wählen – um sicherzugehen kann man ja auch „Denkzettel“ auf den Wahlzettel schreiben anstelle des Kreuzerls.

Sich die Blauen in der Regierung vorstellen zu können, hilft dagegen nicht. Auch nicht wenn diese Möglichkeit in einer seriösen Zeitung wie der Presse von einem hervorragenden Journalisten wie Herrn Fleischhacker publiziert wird.